Amateurfunk-Challenge complete! - [ARCHIVED]

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‹‹ŠŒŒŒŒ‹‰ŒŒŠ‡Das begehrte Objekt! Die Zulassung für den Amateurfunkdienst nach bestandener Prüfung.

Tja, was soll man sagen? Die Amateurfunk-Challenge ist vollbracht! Ich habe am 27.02.2016 die Amateurfunk-Prüfung bestanden und meine Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst für die Zeugnisklasse A (advanced) erhalten! Das Herausfordernde daran war ja, dass ich ohne jegliche Vorkenntnisse auf dem Gebiet des Amateurfunks die Prüfungen für die “höchste” Zeugnisklasse nebenberuflich geschafft habe.

Dazu gibt es eine kleine Geschichte, die ich gerne mit Euch teilen möchte.

Wie alles begann

Kurz vor Beginn des Wintersemesters 15/16 (September 2015) machte einer meiner Arbeitskollegen (Klaus, Rufzeichen: DL1YEJ) während der morgendlichen Kaffeepause ein wenig Werbung für seinen Amateurfunkkurs an der FH Südwestfalen. Der Kurs war für interessierte Teilnehmer gedacht (z. B. Studenten, Mitarbeiter, Externe) und sollte auf freiwilliger Basis sein. Da wir Hochschulmitarbeiter während des Semesters ziemlich stark im Lehrbetrieb eingespannt waren, wurde der Kurs auf den Mittwoch in der Zeit von 17:30 bis 19:00 Uhr gelegt. Insgesamt waren 12 Termine eingeplant.

Nach 4-5 Terminen sollten die Teilnehmer selbst entscheiden können, ob sie den Amateurfunkkurs durchziehen möchten oder nicht. Ziel dieses Kurses war es, die Teilnehmer für die Prüfung der Klasse E (novice, Einsteiger) vorzubereiten, die im Januar 2016 bei der Bundesnetzagentur in Dortmund stattfinden sollte. Mit dem Amateurfunkzeugnis konnte man anschließend die Zulassung zum Amateurfunkdienst beantragen, was aber keine Pflicht war.

Ich dachte mir “give it a try”, weil es vielleicht interessant sein könnte. Primär wollte ich meine Elektrotechnik-Kenntnisse ein wenig auffrischen und etwas mehr über Antennen- und Hochfrequenztechnik erfahren. Während meines Studiums hatte ich sehr wenig mit Elektrotechnik und Elektronik zu tun, was sehr schade ist. Ein Wenig Erfahrung mit der Hochfrequenztechnik hatte ich auf dem Gebiet der Dielektrika wie z. B. Aluminiumoxidkeramiken oder Mikrowellenferrite.

Der Amateurfunkkurs an der FH Südwestfalen

Los ging es am 7. Oktober 2015. Der Kurs war relativ klein (4-8 Teilnehmer) und von daher sehr locker und entspannt. Jeder der Teilnehmer konnte beliebig viele Fragen stellen und diese wurden von unserem Dozenten Klaus sehr verständlich und anschaulich beantwortet. Langweilig wurde es nie, da es zu jedem Thema lustige Anekdoten oder witzige Antworten gab.

In den ersten Terminen erklärte uns Klaus die Basics: Was sind elektronische Bauteile (Widerstand, Kondensator, Spule, Transformator, Transistor) und wie stehen sie in Relation zueinander (z. B. durch die Anwendung des Ohmschen Gesetzes). Später wurde die Thomsonsche Schwingungsformel anhand von Schwingkreisen behandelt und die Theorie wurde um Antennen, Sender und Empfänger erweitert. Wir lernten, wie man Funkwellen erzeugt und detektiert und was es mit den verschiedenen Betriebsarten (AM, FM) auf sich hat.

Ich merkte relativ schnell, dass das Thema super spannend war und mich interessierte. Als Ingenieur mit Schwerpunkt in Physik konnte ich die Sprache des Elektrotechnikers verstehen und es fiel mir leichter, Zusammenhänge aus anderen Teilgebieten der Physik herzustellen (z. B. Schwingungen aus der Mechanik, Optik oder Festkörperphysik). Nach etwa 4 Terminen wurde mir klar, dass ich die Prüfung zu Klasse E locker schaffen würde. Also: warum nicht E überspringen und gleich die “A-Lizenz” machen? Die Mathematik war nicht sehr anspruchsvoll und die physikalischen Zusammenhänge waren eher auf (Fach-)Abi-Niveau. Klar war mir von Anfang an, dass ich mir viele Sachverhalte im Selbststudium aneignen müsste.


Literatur und Ressourcen

Für ein Selbststudium habe ich zunächst im Internet nach brauchbarer Literatur für die Amateurfunkprüfung. Ein wichtiges Arbeitsmittel war der Fragenkatalog der Bundesnetzagentur. Dieser enthält insgesamt 1547 Multiple-Choice-Fragen, davon 1061 Fragen zum “Technik-Teil A”, 199 Fragen zur Betriebstechnik und 287 Fragen zu Vorschriften (aktuelle Version ist von 2007). Allerdings ist der Fragenkatalog zum Lernen eher ungeeignet, da er sich einerseits nicht ausdrucken lässt und andererseits von den vier Antwortmöglichkeiten stets die Antwort “A” die richtige ist.

Auf der Homepage der AfuP wurde ich schließlich fündig. Dort gab es eine umfangreiche Linksammlung zu verschiedenen Quellen wie beispielsweise Online-Amateurfunklehrgängen, Trainern oder sonstigen Quellen mit Informationen zur Amateurfunkprüfung.

Literatur und Mitschriften.
Literatur und Mitschriften.

Ich habe mir das kostenlos verfügbare Programm HamRadioTrainer heruntergeladen, sowie Lichtblicke, einen Fragenkatalog mit sehr anschaulichen Erklärungen von Günter Lindemann († 2015). Dank verschiedener Reviews bezüglich der Amataurfunk-Literaturquellen auf habe ich mich dazu entschlossen, auch die Lehrbücher der Serie “Amateurfunklehrgang” von Eckart Moltrecht zu kaufen. In einem Online-Lehrgang des DARC kann man sich ebenfalls auf die Prüfung vorbereiten, wobei dieser Lehrgang 1:1 auf den Büchern von E. Moltrecht basiert. Im Google Play Store gab ebenfalls nützliche Amateurfunk-Apps für das Android-Smartphone, allerdings habe ich zunächst darauf verzichtet. Auf YouTube war kurzzeitig ein ca. 6-stündiges ARRL-Lehrvideo von John und Martha King verfügbar, in dem die Basics sehr anschaulich erklärt und dargestellt wurden. Das Video wurde leider wieder entfernt, vermutlich wegen einer Copyright-Verletzung 😉

Es geht nur sehr langsam voran…

Gegen Mitte Dezember habe ich gemerkt, dass ich dann doch nicht so weit vorangekommen bin, wie zunächst geplant. Ich habe erst 3 von insgesamt 12 Kapitel des Fragenkatalogs A bearbeitet, was Anteilsmäßig nur ca. 25 % der Fragen ausmachte. Betrieb und Vorschriften habe ich zu dem Zeitpunkt noch nicht behandelt. Der eigentlich geplante Prüfungstermin sollte Ende Januar stattfinden und rückte immer näher. Es hat sich aber herausgestellt, dass mein Antrag auf Zulassung zur Amateurfunkprüfung gar nicht bei der Bundesnetzagentur eingegangen ist und somit der Januartermin bereits voll ausgebucht war. Ich habe erneut einen Antrag gestellt und den Prüfungstermin auf Ende Februar gelegt. Das war eher ein Glück für mich, da ich zu dem Zeitpunkt noch nicht reif für die Prüfung war. Kosten für die Anmeldung: 110 EUR.

Realistische Lernziele

Mit dem Lernen ging es erst ab Ende Dezember los. Während der Weihnachtszeit hatte ich genügend Zeit, um mich mit dem Thema Amateurfunk zu beschäftigen. Als Primärliteratur habe ich den “Amateurfunklehrgang für das Amateurfunkzeugnis Klasse A” von Eckart Moltrecht (DJ4UF) benutzt. Das Buch ist in 19 Kapitel unterteilt und erfordert ein wenig Kenntnisse in Mathe und Elektrotechnik. Man muss ein wenig rechnen können und wissen, womit man seinen Taschenrechner füttert. Der Autor führt den Leser didaktisch geschickt an ein bestimmtes Thema heran, wobei die Sachverhalte so knapp wie möglich erklärt  und schwierige Fragen vorgerechnet werden. Manch eine Frage muss man dann einfach so hinnehmen nach dem Motto “es ist so wie es ist”. Manchmal ist das nicht sehr zufriedenstellend, aber ich kann den Autor durchaus verstehen, da das Buch der Vorbereitung auf die Prüfung dienen soll und kein Lehrbuch der Elektrotechnik, Nachrichtentechnik oder sonstwas ist.

4 Kapitel pro Woche = schwer

Über die Weihnachtsferien habe ich mit viel vorgenommen, allerdings war die Bilanz nach den Ferien eher ernüchternd. Geplant war ein Lernpensum von mindestens 6 Kapiteln bzw. 1/3 des Buches. In der Realität waren es dann nur ca. 4 Kapitel. Das ist quantitativ nicht sehr viel und manche Themen waren doch etwas schwerer zu verdauen als gedacht. Oft ging mein Gehirn auf Blockade und es gab Tage, wo ich total unproduktiv war: Lieber eine Serie schauen oder sich mit Computerspielen ablenken? Dagegen halfen nur bestimmte Lernstrategien. Ich kann folgendes empfehlen:

  • Macht Euch einen groben Tagesplan. Früh aufstehen, duschen, frühstücken und den Tisch zum Arbeiten einrichten. Musik ja oder nein? Müsst ihr selber herausfinden. Ich habe gemerkt, dass es sich ohne Musik etwas besser lernt, ansonsten geht es auch bei ambienter Musik bei sehr geringen Lautstärken.
  • Pausen und Bewegung sind extrem wichtig. Alle 45 Minuten Raum kurz lüften, kurz laufen und dabei Tee/Kaffee trinken. Alle 2-3 Stunden lege ich mindestens eine 1-stündige Pause ein und plane einen Spaziergang ein. Oft lege ich mich kurz für eine Dauer von 10, maximal 15 Minuten hin und schließe die Augen und entspanne. Das hilft.
  • Wenn das Hirn total blockiert: Brechhammer-Methode anwenden! Stupides, lautes vorlesen und wiederholen. Ist zwar eine Strafe für das Gehirn, aber nach einer Weile regelt sich das in einen Lernbetrieb ein. Ich denke, dass das Gehirn merkt “Oje, offenbar funktioniert der Fluchtreflex nicht und ich muss mich doch damit beschäftigen” 😉
  • Verschiedene Lernmaterialien nutzen. Wenn es mit dem Buch nicht klappt, kann man eventuell das Smartphone/Tablet verwenden und den Raum wechseln. Oder man schaut sich ein YouTube-Video zu dem Thema an. Manchmal lasse ich mir die Texte aus dem PDF-Dokument vorlesen, weil ich keine Lust aufs Lesen habe oder wenn mir die Augen weh tun. Man muss das Gehirn geschickt austricksen, sodass die Blockade aufhört und diese erste Hürde überwunden wird.

1 Kapitel pro Woche = unmöglich

Während einer regulären Arbeitswoche ist es extrem schwer zu lernen. Nach 8 Stunden Arbeitszeit (effektiv 10, wenn man die Fahrzeit, Pausen etc. mit berücksichtigt) bleibt nur noch eine kleine Konzentrationsreserve übrig. Hier sollte man sich sehr kleine und realistische Ziele setzen. 30 Minuten lernen sind letztendlich besser als 0 Minuten. Als Mindest-Lernpensum sollten die Kapitel vom Vortag durchgelesen werden (kann unangenehm sein und hängt von der Tagesform ab, wirkt aber Wunder). Auch die Ernährung kann eine wichtige Rolle spielen. Ich habe gemerkt, dass mich eine deftige Mahlzeit nach Feierabend sehr müde macht. Besser ist es, wenn ich mein Essen auf mehrere kleine Portionen über den Tag verteile und riesige Mahlzeiten vermeide.

Fortschritte im Januar und Februar

Der Januar war lerntechnisch kein guter Monat. Nach dem Neujahr habe ich über eine Dauer von ca. 2 Wochen kaum gelernt. Diese Phase war aus beruflicher Sicht etwas anstrengend, da ich gegen Mitte des Monats eine wichtige Deadline hatte. Es folgte ein kurze Lernphase am Wochenende des 12. – 14. Januar, danach erneut Funkstille über eine Dauer von 2 Wochen.

Etwa 4 Wochen vor dem Prüfungstermin habe ich gemerkt, dass dieses Lerntempo zum Bestehen der Prüfung nicht ausreichen wird. Demnach musste ich an den Wochenenden intensiver lernen und und während der Woche “soviel es geht” lernen. Gesagt, getan.

Etwa 2 Wochen vor der Prüfung habe ich einen Großteil des Stoffes zum Technikteil A abgearbeitet. Moltrechts Lehrgang habe ich nur 15 von insgesamt 19 Kapitel bearbeitet aber noch keines der Betriebstechnik und Vorschriften. Gerade in diesem Teil muss man viele Sachen auswendig lernen (Q-Gruppen, Frequenzbereiche, Betriebsarten usw.). Also habe ich von da an den Schwerpunkt auf die Betriebstechnik und Vorschriften gesetzt und zum Lernen unter der Woche Lernkarteien für Q-Gruppen und Betriebsarten angefertigt. Diese habe ich täglich geübt. Eine Woche vor der Prüfung musste ich mir Urlaub nehmen und mich vollständig auf die Amateurfunkprüfung konzentrieren.


Nun musste ein sehr strikter Lernplan bzw. Tagesplan her. Sehr wichtig war es, diese Tagesorganisation einzuhalten – also pünktlich aufstehen und schlafen gehen, Pausen etc.. Ablenkungen wie Musik, YouTube und Livestreams wurden gebannt. Zum Lernen der Theorie blieb mir keine Zeit mehr, d. h. ich musste mich auf das Wesentliche beschränken: die Beantwortung der Fragen aus dem jeweiligen Fragenkatalog.

Geübt habe ich mit dem PC-Programm HamRadioTrainer. In den ersten Tagen habe ich nur die Technik-Fragen beantwortet. Da die Beantwortung der Technik-Fragen relativ einfach war und ich die meisten Fragen mit einer Quote von 85 – 90% richtig beantworten konnte, habe ich mich dazu entschlossen, direkt die Fragen der Betriebstechnik und Vorschriften anzugehen. Zunächst habe ich mir beide Kapitel aus dem Fragenkatalog der BNetzA durchgelesen. Von dieser Sitzung sind geschätzt 20 – 30% der Fragen hängen geblieben, also ich konnte sie mir merken. Weitere 10 – 20% der Fragen waren in der Kategorie “Gesunder Menschenverstand” und die restlichen ~50% musste ich durch Wiederholung üben.

Der Frequenzplan musste leider auswendig gelernt werden. Hatte alle Zahlen stets im Blick auf dem Whiteboard.
Der Frequenzplan musste leider auswendig gelernt werden. Hatte alle Zahlen stets im Blick auf dem Whiteboard.

Gehirngerechtes Lernen? Nicht mit mir!

1111 Fragen beantworten? Kein Problem, mache ich mit links!
1111 Fragen beantworten? Kein Problem, mache ich mit links!

Der HamRadioTrainer berechnete anfangs ein Lernpensum von 206 Fragen pro Tag. Die konnte ich bis auf den Dienstag gut einhalten. Am Dienstag habe ich viel Zeit außerhalb des HamRadioTrainers zum Lernen des Fragenkatalogs “Betrieb und Vorschriften” verbracht und habe an diesem Tag nur etwas weniger als 100 Fragen bearbeitet. Diesen restlichen Berg von 500 Fragen musste ich am Donnerstag abarbeiten. Bei einer mittleren Bearbeitungszeit von 46 Sekunden pro Frage lag der Zeitaufwand am Donnerstag bei ca. 6,4 Stunden. Also: 6,4 Stunden lang den Bildschirm anstarren und Fragen beantworten. Ich fing um 8 Uhr morgens an und war kurz vor Mitternacht fertig. Es war sehr anstrengend, aber nicht so schlimm wie gedacht. Am Ende des Tages schaute ich auf die Erfolgsquote bei Beantwortung der Fragen und diese lag stets über 80%. An sich ein gutes Zeichen. Am Freitag vor der Prüfung habe ich die Prüfungssimulationen durchgeführt, die alle erfolgreich verliefen. Diesen Tag habe ich mehr zum Entspannen genutzt und nur bestimmte Fragen wiederholt bzw. nachgeschlagen.

Ergebnis einer Prüfungssimulation zum Technik Teil A.
Ergebnis einer Prüfungssimulation zum Technikteil A.


Los ging es ab 7:27 mit dem Zug in Richtung Dortmund. Am Bahnhof habe ich Klaus getroffen, der ebenfalls hinfahren wollte. Es war sehr kaltes aber schönes Wetter mit blauem Himmel und Sonnenschein. Die Züge waren sehr pünktlich, sodass wir die BNetzA mit gutem Zeitpuffer gegen 9:30 Uhr erreicht haben. Nach unserer Anmeldung haben wir Kaffee getrunken und gewartet. Es kamen nach und nach immer mehr Teilnehmer mit einer geschätzten Anzahl von ca. 20 – 25.

Die Prüfung ging um kurz nach 10 Uhr los. Zunächst sollten die Fragebögen zu Betriebstechnik und Vorschriften bearbeitet werden. Dafür habe ich ca. 30 Minuten gebraucht. Die Fragen waren alle “Standard”, d. h. sie entsprachen genau dem, wofür ich auch geübt habe. Nur bei Vorschriften hatte ich ein schlechtes Gefühl, da es einige Fragen gab, die ich nicht direkt beantworten musste. Da hilft nur eins: ankreuzen und weitermachen. Wer zu lange überlegt, verliert. Was ich nicht gemacht habe war: Antworten kontrollieren. Das kann böse enden, wenn man anfängt sich selbst zu korrigieren. Es folgte eine längere Pause, während dieser die Prüfer die Bögen schon einmal ausgewertet haben.

Gegen 12 Uhr kam der 2. Teil der Prüfung: Technik Teil A. Auch hier waren die Fragen “Standard” und ich habe mich gefreut, als relativ viele mir bekannte Fragen abgefragt wurden. Jeder Teilnehmer hatte einen separaten Bogen, sodass abschreiben vom Nachbarn nicht möglich war. Ich ging als letzter aus der Prüfung heraus und musste eine Weile zittern, bis der Prüfer in den Aufenthaltsraum kam und meinen Namen aufrief. Es kam die Frage “Und? Was meinen Sie? Haben Sie bestanden?”. Ich dachte “Fuck, Vorschriften…”, meinte aber “Ja, denke schon”. Ja, die Prüfung habe ich bestanden und im Anschluss den Antrag auf Zulassung zum Amateurfunkdienst gestellt. Mein Wunsch-Rufzeichen war frei, sodass ich 15 Minuten später meinen neuen “Lappen” in der Hand hielt.

Nach der Prüfung ging es zusammen mit Klaus (Dozent), Jörg und Marcel (Kursteilnehmer) in die Dortmunder Innenstadt, wo wir in einem Einkaufszentrum etwas gegessen und unseren Erfolg gefeiert haben. Insgesamt haben wir uns alle sehr gefreut, dass alle die Prüfung bestanden haben und den Amateurfunkkurs erfolgreich abgeschlossen haben.


Als Funkamateur hat man viele Möglichkeiten bezüglich der Anwendungen. Vor Allem darf man seine Geräte selber basteln und muss auch selber dafür Sorge tragen, dass die EMV-Vorschriften eingehalten werden. Mit recht einfachen Mitteln lassen sich funktionsfähige Sender, Empfänger und Antennen bauen. Man darf auf den dem Amateurfunk zugewiesenen Frequenzbereichen senden, wobei die Reichweite der Aussendung bei guten Ausbreitungsbedingungen mehrere tausend Kilometer weit weg reichen kann. Auf den “Amateurfunkbändern” dürfen je nach Anwendung verschiedene Betriebsarten wie Sprechfunk, Morse-Telegrafie oder Amateurfunkfernsehen durchgeführt werden.

Was mich reizen würde, wären beispielsweise ein Software Defined Radio (SDR)-Projekt und Einstieg in die Morse-Telegrafie. Satellitenkommunikation wäre auch denkbar. Vielleicht lässt mein Vermieter eine “kleine” Dipolantenne zu, sodass ich auf dem 10 m oder 20 m Band aktiv sein kann. Später würde ich gerne auf dem 160 m Band etwas machen oder an einer DXpedition teilnehmen. Eines Tages werde ich auf der Langwelle bei 135,7 kHz senden 😛

73, Denis (DH7DN)